Gedanken zur Jahreslosung 2026

Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!
Offb 21,5 (L)


„Was heute heute ist, wird morgen gestern sein“ so schrieb einmal Mascha Kaléko (in „Mein Lied geht weiter“ aus dem Gedicht „Abermals ein Jubiläum“). Sie brachte damit zum Ausdruck, dass das Leben ständig in Bewegung und alles vergänglich ist. Gut, dass uns die Jahreslosung mit der Zusage Gottes „Siehe, ich mache alles neu!“ eine hoffnungsvolle Perspektive eröffnet. Die Worte aus der Offenbarung wurden von einem Mann namens Johannes geschrieben. Er war wegen seines christlichen Glaubens auf die Insel Patmos verbannt worden. Dort hatte er Visionen, die er aufschrieb. Das Kapitel 21, aus welchen die Jahreslosung stammt, hat die Überschrift „Das neue Jerusalem“.

Zum Ewigkeitssonntag wird das Kapitel im Gottesdienst gelesen, weil neben der Zusage, dass Gott alles neu macht, auch Worte zu lesen sind, wie: „… und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.“ (Vers 4).

„Was heute heute ist, wird morgen gestern sein“ – diese Aussage beunruhigt mich deshalb nicht. Heute ist morgen schon gestern, verstehe ich im Hinblick auf Jesus Christus anders, als bei der gewiss lebensbejahenden wunderbaren Poetin Mascha Kaléko. 

„Siehe, ich mache alles neu!“ Was für eine Zusage für das Jahr 2026, wenn wir eigentlich denken, es ist doch alles endlich. In der erfahrenen Abfolge von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft bekommen wir gesagt – nicht etwa dagegen, sondern darin und deshalb eben auch dafür, nämlich für unser ganzes Leben: Jesus Christus! Er ist Gottes Ja zu unserem Leben, weil er die Zeiten durchwirkt, Grund legt und umfasst. Das hat mit seiner Menschwerdung zu tun, wie auch mit seinem Sterben am Kreuz und seiner Auferstehung. Darüber können wir froh – gelassen werden. 

Wohl wissend, dass nicht alles gut damit ist und alles Leiden aus der Welt!
Aber Gott spricht uns Mut machend zu: Siehe, ich mache alles neu!


Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Jahr 2026.

Ihr
Dompfarrer Superintendent Andreas Beuchel

Hochstift Meißen
Domplatz 7
01662 Meißen
Tel: +49 3521 / 45 24 90
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